ASP - Situation in Deutschland unterscheidet sich zu Tschechien und Belgien

Im Vergleich zu anderen Ländern wie bspw. Belgien, die die Afrikanische Schweinepest erfolgreich bekämpft haben, sind die Zahlen deutlich höher. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) erklärt dazu gegenüber der Redaktion:

„Die aktuellen Zahlen mögen auf den ersten Blick hoch erscheinen,insbesondere wenn man sie mit den Gesamtzahlen anderer betroffener Länder vergleicht, die die ASPbei Wildschweinen erfolgreich bekämpft haben. Die Situation in Deutschland unterscheidet sich jedoch in einigen Punkten von den Ausbruchsgeschehen, die in Tschechien und Belgien zu verzeichnen waren. Während es dort zu einmaligen, punktuellen Einträgen kam, ist Deutschland von wiederholten, separaten Eintragungen entlang der polnischen Grenze betroffen. Diese spiegeln sich in den derzeitig vier Kerngebieten wider. Dort breitet sich das Geschehen allenfalls langsam aus.“

Grundsätzlich sei die Lage aber stabil und man dürfe nicht außer Acht lassen, dass die Wildschweindichte in den betroffenen Gebieten sehr hoch sei, wodurch es nach wie vor zu Neuansteckungen kommen würde. „Betrachtet man die Kerngebiete einzeln, so liegen die Fallzahlen im erwarteten Bereich und sind mit denen in anderen betroffenen Ländern vergleichbar“, so das FLI weiter. Wichtig sei es jedoch nach wie vor, die Wildschweindichte in den Restriktionszonen weiter so stark wie möglich abzusenken.

Alle Altersklassen bei Fallwild vertreten Für die nächsten Monate sei keine Entspannung der Lage zu erwarten, sind sich die Experten vom FLI sicher. „Da vor allem jetzt die nächste Generation an Frischlingen geboren wird, wird sich die Population empfänglicher Tiere wieder erhöhen, was sich dann auch in den Fallzahlen niederschlagen kann.“ Ob eher junge oder ältere Wildschweine von der Afrikanischen Schweinepest betroffen sind, lasse sich jedoch nicht sagen. „Alle Altersklassen sind bei den Fallwildfunden vertreten und wir haben keinen Hinweis darauf, dass die Jugendklasse stärker von der Erkrankung an sich betroffen ist.

Bei experimentellen Infektionen von Wildschweinen, die hier am FLI durchgeführt wurden, war der Verlauf bei adulten und jungen Tieren sehr ähnlich, es deutete sich sogar an, dass jüngere Tiere eine etwas längere Überlebensdauer haben können.“

www.jagderleben.de/news/asp-ueber-1000-faelle-deutschland-nachgewiesen-712633

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